Wir haben uns vorgenommen einen Standing-Scorpio oder gar einen Needlescale-Stretch zu lernen und haben dabei einige Methoden probiert. In diesem Artikel wollen wir euch eine Auswahl davon präsentieren.
So viele Pole-Tricks sind so viel spektakulärer mit einem schön gedehnten Rücken. Zwischen einer normalen Brücke und einem Needlescale, einem Bruststand oder einem Cocoon liegen aber noch Welten und oft ist es schwer, die richtige Übung für den Übergang zu finden. Wir hoffen, hier ist etwas dabei, das euch den Weg dahin erleichtert.
Zuerst soll aber erwähnt werden, dass einige dieser Übungen nicht ungefährlich sind, weil sie doch teilweise sehr extrem sind. Macht sie bitte nach eigenem Wissen und Gewissen nach, achtet auf euren Körper und wärmt euch vorher gut auf. Ein etwas unangenehmes Gefühl ist ok, aber es soll keinesfalls schmerzen wie z.B. stechen.
Einfache Stretching Übungen:
Eine Cobra (auf den Bauch legen, Arme strecken, den Oberkörper vom Boden wegdrücken, Hüfte bleibt am Boden) oder ein Catstretch (kniend, Arme vor den Körper strecken, Brust Richtung Boden drücken, Bauch nahe bei den Oberschenkeln) sind einfache Übungen um den Körper auf die anstrengenderen Dehnübungen vorzubereiten. Wenn diese noch nicht so gut gehen, bleibt einfach bei diesen. Solltet ihr bei diesen beiden Übungen die Dehnung noch nicht spüren, kann die Stange zur Hilfe genommen werden. Legt euch mit der Stange zwischen den Beinen auf den Bauch und versucht mit den Armen die Stange zu greifen. Geht das auch gut, können die Füße in die Stange eingespannt werden und dann könnt ihr wieder versuchen euren Kopf zur Stange zu ziehen.
Die Brücke:
Der nächste Schritt ist, eine Brücke zu versuchen. Das ist eine der wenigen Übungen, die auch den oberen Rücken dehnen. Viele Tänzer dehnen nur ihren unteren Rücken und vergessen dabei Schultern und oberen Rücken (Schulterblätter aufwärts) mit zu dehnen. Im Endeffekt macht das aber oft den entscheidenden Unterschied aus. Auf dem Bild ist die Dehnung des unteren Rückens in der Brücke zu sehen, um den oberen Rücken zu dehen, müsst ihr einfach nur eure Beine strecken und mit dem Oberkörper mehr in Richtung der Arme ziehen. Wem das auch nicht mehr schwer fällt, geht in der Brücke auf die Unterarme und/oder mit Armen und Beinen näher zueinander. Berührt eure Füße mit den Fingern!
It’s getting serious:
Jetzt könnt ihr den ersten coolen Move mit Dehneffekt probieren. Macht einen Handstand gegen die Wand, stellt dabei aber eure Hände etwas weiter weg von der Wand. Dann könnt ihr die Beine flach gegen die Wand legen und eine tolle Biegung erzeugen.
Standing Scorpio:
Wer einen Standing Scorpio lernen will, braucht eine beträchtlich gute Balance, auch wenn eine Pole oder ein Ballett-Barre da ist um sich anzuhalten/dagegen zu lehnen. Es gibt mehrere Möglichkeiten in diesen Move hineinzukommen. Meine liebste Methode ist, das (in diesem Fall) linke Bein in den linken Arm/Ellbogen zu nehmen und es seitlich vor meine Schulter zu ziehen, dann mit dem rechten Arm nehmen, mit dem linken umgreifen und mit beiden über den Kopf ziehen. Das erfordert ein wenig “Durchfädeln” und zwickt, wenn man die Dehnung noch nicht hat in den Rippen oder in der Schulter. Spannend wird es, wenn man das Bein erst einmal in der richtigen Position hat. Jetzt gilt es zu versuchen das Knie zu strecken, und mit den Armen das Bein nach oben zu ziehen. Gleichzeitig solltet ihr aber aktiv den Oberkörper nach hinten biegen. Es hilft, nach oben zu schauen, ist aber auch weniger stabil.
Wer eine gute Schulterdehnung hat, kann auch einfach das Bein hinter sich hochziehen und dann mit den Armen überm Kopf nach hinten greifen. Das funktioniert bei mir gar nicht, weil ich dazu die Kraft in den Armen nicht habe.

Standing Scorpio im Juni und im August 2015
Meine Flexibilität hat sich in den letzten Monaten stark verbessert, obwohl ich nicht regelmässig gedehnt habe. Es geht natürlich immer noch besser! Ich habe eher ein paar intensive Sessions eingelegt, und dann meinem Rücken eine längere Pause gegönnt. Wie ihr es am besten macht, solltet ihr mit eurem Körper absprechen 😀
Contortion:
Wir haben noch etwas extremere Übungen probiert, die aus dem Contortion-Bereich kommen. Diese will ich niemandem empfehlen, weil sie sich echt nicht gesund anfühlen. Falls ihr so etwas macht, macht es nur unter Aufsicht von Jemandem der sich auskennt. (Physiotherapeut, geschulte Trainer…)
Ausprobieren auf eigene Gefahr. Ich hatte einmal nach zu viel Rücken-Stretching ein paar Monate lang einen tauben Finger, weil ich offenbar einen Nerv eingeklemmt hatte. Seid also lieb zu eurem Körper. Wir wünschen euch viel Spaß beim Dehnen.